88 Minutes
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Vor neun Jahren konnte der forensische Psychiater Jack Gramm (Al Pacino) den Serienkiller Jon Forster (Neal McDonough) mit einem gerichtsmedizinischen Profil überführen - jetzt steht dessen Hinrichtung unmittelbar bevor. Da beginnt plötzlich eine neue Mordserie, dieses Mal unter Jacks Freunden und Bekannten. Weil sie den Taten des "Seattle Slayers" bis ins Detail gleichen, kommen Zweifel an Forsters Schuld auf. Gleichzeitig bedroht ein anonymer Anrufer Jack und informiert ihn, dass er nur noch 88 Minuten zu leben hat. Unterstützt von Assistentin Shelly (Amy Brenneman) und in Begleitung seiner Studentin Kim (Alicia Witt) macht sich der Forensiker auf, den Täter zu finden und zu überleben.
Der Film behandelt insbesondere die Themen Vertrauen und Manipulation. Wem kann Jack noch trauen, wer meint es ehrlich und wer versucht zu manipulieren? Weil der Täter Informationen kennt, die eigentlich nur Jacks engste Vertraute haben können, werden diese schnell zu Verdächtigen. Hier spricht der Film eine generelle Angst an - nämlich dass jene, denen man jahrelang vertraut hat, dieses Vertrauen im nächsten Moment untergraben können. Andererseits thematisiert der Film eine mögliche Manipulation. Denn obwohl man individuelle Motive noch leicht durchschauen kann, ist eine Täuschung schwerer zu erkennen, wenn dafür das gesamte Umfeld eines Opfers zusammenarbeitet. Noch schwieriger wird es, wenn das Umfeld selbst nur Opfer einer Beeinflussung ist. Damit mahnt der Film, dass ab einem gewissen Grad eine Manipulation nicht mehr als solche erkennbar ist, sondern in die persönliche Realität eines Einzelnen übergehen kann.
88 Minutes ist schnelles Rätselkino, das dank seiner Handlung fast ohne Effekte auskommt. Im Vordergrund steht ein Al Pacino, der seine ausgesprochen abwesend wirkende Rolle zwar souverän meistert, aber mit Bart und Zauselfrisur zwangsläufig an Robert Downey Jr. aus Finchers Zodiac erinnert. Im Gegensatz dazu lebt 88 Minutes aber von seiner in nahezu Echtzeit gespielten Handlung, die ihre Spannung insbesondere aus der Unvorhersehbarkeit der nächsten Momente bezieht. Trotzdem ist der Film an manchen Stellen unlogisch, wenn z.B. der Täter auf einem gerade gewechselten Mobiltelefon anruft oder die Opfer kaum Widerstand leisten. Bisher existiert noch keine offizielle Homepage zum Film.

