Sweeney Todd - Der Teuflische Barbier aus der Fleet Street
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Nach 15 Jahren kehrt Benjamin Barker (Johnny Depp) als Sweeney Todd nach London zurück, um sich an Richter Turpin (Alan Rickman) zu rächen, der ihn unschuldig verbannte, weil er Barkers Frau (Laura Michelle Kelly) und Tochter für sich haben wollte. Der Barbier kann bei der Pastetenbäckerin Mrs. Lovett (Helena Bonham Carter) unterkommen, die ihm vom Schicksal seiner Familie berichtet und selbst ein Auge auf Todd geworfen hat. Da entdeckt Seemann Anthony (Jamie Campbell Bower) Todds Tochter Johanna (Jayne Wisener), die der Richter bei sich eingesperrt hat, und versucht sie zu befreien. Während der Barbier sich also an den Menschen rächt, verarbeitet Mrs. Lovett die resultierenden Beweise zu den leckersten Pasteten Londons.
Der Film thematisiert auf der einen Seite übergroße Macht - repräsentiert durch Turpin - und die damit verbundene Möglichkeit, diese Macht für persönliche Vorteile zu missbrauchen. Hier warnt er vor fehlenden Möglichkeiten, die Mächtigen zu kontrollieren - und ruft dazu auf, auch die Motive seiner Freunde zu hinterfragen, die nämlich ganz eigene Ziele verfolgen können. Auf der anderen Seite handelt der Film von Rache - repräsentiert durch Todd - und dem damit verbundenen Wunsch nach Genugtuung mit allen resultierenden Konsequenzen. So warnt er vor blinder Raserei, die es verhindern kann, wesentliche Dinge oder gar die Wahrheit zu erkennen, auch wenn sie (z.B. in Gestalt einer Bettlerin) direkt vor einem steht. Auch sollte man bedenken, dass in einer Welt voller Rache eine einzige negative Tat der Auslöser für eine unaufhörliche Vergeltungskette sein kann, bei der jede Rache wegen Hörigkeit und Liebe eine weitere Rache erzwingt.
Sweeney Todd - Der Teuflische Barbier aus der Fleet Street ist makaberes Musikkino der düsteren Art, das die Farbe "blass" als Thema auswählt. Das gilt sowohl für die Darsteller als auch für Musik und Schnitt. Bonham Carter ist die einzige glaubwürdige Darstellerin des Films, während Depp in seiner Apathie untergeht und seine Figur damit weit hinter seinem "Jack Sparrow" zurück lässt. Im Vergleich zu Musikfilm-Klassikern wie Mary Poppins, dem Zauberer von Oz oder gar dem Buffy-Musical schafft Sweeney Todd keinen Ohrwurm - zudem wirkt der schwächere Gesang der Hauptdarsteller kraftlos. Dennoch konnten die volleren Stimmen von Bower, Wisener und Sanders den Film zumindest gesanglich retten. So war es auch kein Problem für den 14-jährigen Sanders, die erfahrene Bonham Carter im Duett Not While I'm Around locker gegen die Wand zu singen. Mit dem Stück Johanna, das verschiedene Stile und Stimmen vermischt, bildet es das Highlight der sonst blassen Filmmusik. Im Ergebnis ist das Gesamtwerk aber eher schwächer. Weitere Informationen bietet die offizielle Homepage des Films.

