Twilight - Bis(s) zum Morgengrauen
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Weil ihre Mutter mit dem neuen Lebensgefährten durchs Land reist, zieht Bella Swan (Kristen Stewart) zu ihrem Vater Charlie (Billy Burke) in das kleine Städtchen Forks. In der neuen Schule ist sie sofort der Star, alle Mädchen wollen mit ihr befreundet sein und alle Jungs wollen sie zum Schulball ausführen. Dort trifft sie auch die Cullens, Adoptivkinder von Dr. Carlisle Cullen (Peter Facinelli), die aber nichts von ihr wissen wollen und sich auch sonst eher abseits halten. Bei einem Unfall rettet der blasse Edward Cullen (Robert Pattinson) - dank übernatürlicher Stärke - Bella das Leben. Diese findet heraus, dass die Cullens in Wahrheit vegetarische Vampire sind und sich von Tierblut ernähren, ganz im Gegensatz zu bösen Vampiren wie James (Cam Gigandet), der schon die Verfolgung von Bella aufgenommen hat...
Der Film thematisiert das Ausblenden von Problembereichen durch konsequente Ignoranz, die der Film durch das Stilmittel der Inkonsequenz ausdrückt. Zwar sind die Blutsauger gesegnet mit ewiger Jugend, Unsterblichkeit, geschärften Sinnen und übermenschlicher Stärke - aber im Gegensatz zum traditionellen Modell fehlen ihnen die negativen Eigenschaften. So schlafen sie z.B. nicht in Särgen, sondern wohnen in einem Luxus-Anwesen - und bei praller Sonne zerfallen sie nicht zu staub, sondern glitzern wie Diamanten. Auch scheinbar negative Eigenschaften wie ein starkes (aber unterdrückbares) Verlangen nach Blut werden durch Zusatzfähigkeiten wie den "Blick in die Zukunft" abgemildert. Schließlich ist der Film auch bei der Unsterblichkeit nicht konsequent - denn so unsterblich sind Vampire nicht, wie ihre Gegner feststellen müssen. Damit deutet der Film die irrationalen und überzogenen Wunschvorstellungen realitätsferner Menschen an - bietet aber anstelle einer "alles wird gut, man muss nur lange genug die Augen verschließen"-Idee keine Lösungsansätze für dieses Problem.
Twilight – Bis(s) zum Morgengrauen ist entrücktes Vampirkino für Prinzessinnen, das ohne Ecken und Kanten auskommen muss - damit sich niemand daran verletzt - und das keine intelligent-kritische Handlung besitzt, um das wohlige Hochgefühl der minderjährigen Zielgruppe nicht zu gefährden. Weil es aber gerade Schwächen sind, die einen Menschen liebenswert machen, fühlt sich der Zuschauer durch diese einseitige Betrachtungsweise zurecht auf den Arm genommen. Die knappe Handlung ist überschaubar und passend dazu sind die Vampire übertrieben blass geschminkt - die Akteure beschränken sich auf die Darstellung ohnmächtiger Apathie. Einziges Highlight und emotionaler Höhepunkt des Films ist eine Szene, in der Bella ihren Vater verlassen muss, um ihn vor angreifenden Vampiren zu schützen. Der Zuschauer ist bewegt, wenn der Vater überraschend durchdachte Vorschläge macht, um seine Tochter nicht zu verlieren. Doch auch dieser Moment kann den ansonsten gruseligen Film nicht retten. Weitere Informationen sind auf der offiziellen Homepage des Films zu finden.

